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Eine schicksalhafte Begegnung auf dem Dach der Welt
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von Siegfried Buttgereit
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24,80 EUR inkl. 7% MwSt |
| Seiten: |
392 |
| Einbandart: |
Paperback |
| Erscheinungstermin: |
11.2006 |
| Verfügbarkeit: |
Titel ist erschienen - jetzt bestellen |
| ISBN: |
3-938848-32-4 |
| Leseprobe: |
Leseprobe öffnen. |
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Der 50-jährige Claus Cramer ist ein Mann, der in kein Schema passt. Er ist nicht nur ein erfolgreicher Hochschullehrer, sondern führt auch ein nicht ganz alltägliches Privatleben. Er ist in Münster (Westfalen) glücklich verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.
Was Cramer privat besonders kennzeichnet, ist seine Reiselust, die in einer ungezügelten Neugierde auf andere Länder und Menschen ihre Ursache findet. Und so hat er im Laufe seines Lebens schon viele Länder auf ganz unterschiedlichen Kontinenten bereist. Ganz besonders angetan hatte es ihm der Himalaya mit seinen hohen Bergen und den friedliebenden, freundlichen Menschen.
Cramer ist ein Mann mit unerschütterlichen Lebensgrundsätzen. Er besitzt eine Lebensphilosophie, die zum Teil buddhistisch geprägt ist, ein ganz persönliches Mitbringsel aus den Bergen des Himalaya.
Man schreibt das Jahr 1992. Die Wende ist gerade zwei Jahre alt. Der Universitäts-Professor Dr. Claus Cramer lässt sich von seiner Universität Münster (Westfalen) an die Humboldt Universität in Ostberlin abordnen. Es reizt ihn, die Menschen und deren Lebensverhältnisse im ehemals anderen Teil Deutschlands kennen zu lernen. Und so dauert es nicht lange, bis er feststellt, dass im deutschen Osten die Uhren ganz anders gehen. Mehr und mehr fällt ihm auf, dass Deutschland immer noch zweigeteilt ist, dass die Menschen mit ihrem Sozialverhalten immer noch in der DDR leben, und dass die Nostalgie ihre ganz merkwürdigen Blüten treibt.
Ganz gegen seinen Willen verliebt sich Cramer in eine junge Mitarbeiterin seiner Fakultät. Sabine Heymann ist eine aparte und sehr selbstbewusste Frau und stammt aus Potsdam.
Cramer offenbart sich nicht und beginnt, mit aller Macht gegen seine Gefühle zu kämpfen. Er ist noch niemals aus der Ehe ausgebrochen und liebt seine Frau nach wie vor. Als er glaubt, sein Ziel fast erreicht zu haben, bricht an der Universität ein Feuer aus, das sein Leben unversehends verändert.
Er hatte an diesem Tag seine Vorlesungen schon früh beendet und hört in seiner Berliner Wohnung die Nachricht im Radio. Schnell macht er sich auf den Weg zum Brandort. Als er ihn erreicht, muss er zu seinem Schrecken feststellen, dass das Feuer direkt in seinem Fakultätsgebäude wütet. Er beginnt, um das Leben seiner Mitarbeiter und besonders um Sabine Heymann zu bangen. Als er sich durch die Schaulustigen zwängt, die an der polizeilichen Absperrung stehen, glaubt er seinen Augen nicht zu trauen. Er sieht sie an der Absperrung stehen. Sie hatte an diesem Vormittag einen Arzttermin und war ihrer Arbeitsstelle ferngeblieben. Jetzt steht sie dort und fürchtet um das Leben eines Mannes, den sie liebt, und der von ihrer Liebe nichts weiß.
Als sich beide wenig später in die Augen schauen, überschlagen sich ihre Gefühle, und Cramer weiß, er hat seinen Kampf jetzt endgültig verloren.
Begleitet vom Zwiespalt der Gefühle beginnt er im Berliner Osten und in Potsdam ein neues Leben. Mit Sabine Heymann an seiner Seite lernt er das andere deutsche Leben noch intensiver kennen und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Nachdem der erste Liebesrausch vorbei ist, werden beide vom Alltagsleben schnell wieder eingeholt. Sie spüren immer deutlicher, dass sie aus verschiedenen Lebenswelten kommen. Was Sabine Heymann, die ohne Religion oder sonstige Wertevermittlung aufgewachsen ist, besondere Probleme bereitet, ist die ihr fremde Lebensauffassung von Cramer.
Das schlechte Gewissen lässt Cramer nicht mehr los. Besondere Schwierigkeiten bereitet ihm sein Selbstwertgefühl, das er durch seine Untreue beschädigt sieht. Aber Liebe und Leidenschaft sind immer noch groß und vor allem stark genug, um sein schlechtes Gewissen auch weiterhin zu besänftigen.
Eines Tages geschieht etwas, das ihn seelisch völlig aus der Bahn wirft. Seine Frau Marianne kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Der Schmerz trifft ihn tief und verändert abrupt sein Leben. Er bricht sein Leben in Berlin ab und kehrt nach Münster zurück. Als er die näheren Umstände des Unfalles erfährt, glaubt er, am Tod seiner Frau schuldig zu sein. Der Schmerz und die zusätzlichen Schuldgefühle geben seinem Leid eine neue Dimension. Er gibt seinen Beruf auf und zieht sich immer mehr aus dem Leben zurück.
Was er auch immer unternimmt, es gelingt ihm nicht, den Weg aus seinem Leid und den Depressionen zu finden. Er beschwört wieder und wieder seine Vernunft, die ihm ein Leben lang Handlungsmaxime war, jedoch vergeblich. Vor dem großen seelischen Schmerz muss auch sie kapitulieren.
Er lebt alleine und einsam in seinem Haus, magert mehr und mehr ab und spürt, wie sein Lebenswille von Tag zu Tag schwächer wird.
Erst als eines Tages seine verheiratete Tochter, die lange Zeit ihrem Vater nicht hatte vergeben können und deshalb auch nichts mehr von ihm wissen wollte, wieder zu ihm findet und sich um ihn kümmert, lebt er langsam wieder auf.
Die große Wende bringt schließlich eine schlichte Glückwunschkarte aus dem Königreich Nepal. Er beginnt, sich an seine früheren Reisen im Himalaya zu erinnern und glaubt, eine Perspektive gefunden zu haben.
Eines Tages beschließt er, in den Himalaya zu reisen, denn er glaubt, die Reise sei die einzige Möglichkeit, sich von seinen psychischen Lasten endgültig zu befreien.
Ganz früheren Gewohnheiten entsprechend, besucht er in Nepals Hauptstadt Kathmandu buddhistische Klöster, deren spirituelle Atmosphäre ihn auf seinen Reisen stets angezogen und berührt hatte.
In einem buddhistischen Kloster trifft er auf einen freundlichen Lama, mit dem er schließlich viele Gespräche führt. Er beichtet seine seelischen Probleme und findet endlich auch den Mut zu bekennen, warum er sich am Tod seiner Frau schuldig fühlt. Seine Frau hatte ihn eines Tages in Berlin angerufen und ihn inständig gebeten, zu ihr zurückzukehren, weil sie ohne ihn nicht mehr länger leben könnte. Nach seiner Ablehnung hatte sie eine halbe Stunde später einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht.
Der aufgeschlossene Geistliche tröstet ihn und macht ihn mit der buddhistischen Dharma-Lehre vertraut. Im menschlichen Leben sei alles vorherbestimmt. Er dürfe nicht warten, bis der Schmerz ihn verlasse. Das wäre der falsche Weg. Er selbst müsse ihn verlassen! Zudem ändere sich das Leben ständig, nichts bliebe, wie es einmal war! Als ihm der Lama mit der eindrucksvollen Symbolik eines Sandmandalas die unwiderrufliche Existenz von Leben und Tod überzeugend vor Augen führt, glaubt er, den Weg aus seinen Depressionen endlich gefunden zu haben.
Als er sich entschließt, in das kleine Himalaya-Königreich Mustang zu reisen, um in der Einsamkeit der Bergwelt seine psychischen Lasten abzuladen, spricht der Lama geheimnisvoll von einer Aufgabe, die in den Bergen des Himalaya auf ihn warte.
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